Christstollen

Mir hat mal jemand erzählt, dass Sie früher immer die Zutaten für den Stollenteig zum Bäcker gebracht haben. In den Jahren,in denen es der Familie gut ging, haben sie viel Butter zum Bäcker gebracht und dieser musste dann schauen, wie er aus den Zutaten einen Christstollenteig, der noch auf gehen sollte zaubert. Jetzt, wo ich meinen ersten Stollen-Backtag hinter mir habe, verstehe ich nicht, wie man freiwillig noch mehr Butter hinein geben möchte. Alleine für den Teig werden schon 400g gebraucht und obendrauf sollen auch noch mal 250g. Ganz so gehaltvoll habe ich aber doch nicht gebacken. Einen Tag vor dem Backen soll man, laut dem Rezept aus dem Buch Backschätze, die Früchtemischung schon in Rum einlegen. Ich mag Zitronat und Orangeat nicht. Wenn man selbst bäckt kann man Zutaten, die man nicht mag einfach ersetzen. Ich habe mich für ca. 180g Rosinen und 150g Cranberries (und dass war vielleicht sogar ein bissel zuviel). 

Also nach dem Aufstehen bin ich in die Küche getapst und habe in meine aller größte Schüssel 2 Päckchen frische Hefe hinein gekrümelt. Auf dem Herd habe ich einen Topf mit 250ml Milch und einem Eßlöffel Zucker zum erwärmen gestellt. Als die Milch dann lauwarm war, musste sie auf die Hefe gegossen werden und eine Viertelstunde abgedeckt stehen gelassen werden. In der Zeit habe ich alle restlichen Zutaten, soweit möglich, zusammen geschüttet und hingelegt. Es werden zwei Eier, ein Kilo 550-iger Mehl und 120g Zucker, einen Teelöffel Salz, einen halben Teelöffel Vanille, Zitronenabrieb, gemahlene Muskatblüte und auch die 400g Butter in kleinen Würfeln gebraucht. Bei mir war nach dem Auswiegen und Zusammentragen aller Sachen die Viertelstunde rum und so konnte ich dann alles zu einem Teig verarbeiten. Ich überlege schon länger, ob ich mir eine richtige Küchenmaschine kaufen sollte und in solchen Fällen ist mein kleines Handrührmaschinchen sehr schnell überfordert. Also habe ich es mit den Händen geknetet. Wenn man damit fertig ist, braucht sowohl der Teig (unter einem Küchentuch) und man selbst ca. zwei Stunden Pause.
Die Zeit ist super zum Reinigen zu nutzen und man kann auch schon zwei Bleche mit Backpapier ausstatten. Wenn die Zeit um ist, muss man den Teig teilen und auf den Blechen ausrollen. Damit die typische Form eines Stollens entsteht müssen die Seiten übereinander geschlagen werden. Jetzt brauch der Teig noch mal eine kleine Pause und der Ofen kann auf 160°C vorgeheizt werden. Nach 30 min kann der Teig für eine Stunde in den Ofen, ich habe nur mit Ober und Unterhitze gearbeitet. Wenn der Stollen dann aus dem Ofen kommt, soll er noch mit zerlassener Butter bestrichen werden. Ich habe mich für ca. 80g entschieden, sonst hatte ich auch morgen keine Butter mehr zum Frühstück gehabt. Zuletzt kommt noch eine Schneedecke aus Puderzucker darauf. Wenn der Christstollen komplett augekühlt ist, muss er für mindestens zwei Wochen verpackt und in Ruhe gelassen werden.

Ich wusste gar nicht, dass so ein Tag in der Küche so anstrengend sein kann. Ich war fertiger als an manch einem Arbeitstag, mal schauen ob sich die Arbeit gelohnt hat. Vielleicht stehe ich dann nächstes Jahr schon mit einem breiten Freudegrinsen im Gesicht beim Stollen kneten.

Christstollen

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